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Über den Tellerrand: Kostenloses Microsoft SEO Toolkit

Veröffentlicht am 30. Mai 2012 von Phil Wennker in Suchmaschinenoptimierung Keine Kommentare

Deutschland ist das Zentrum der SEO Tools. Ich glaube in keinem anderen Land werden so hochkarätige Tools angeboten wie hier. Auch wenn die Daseinsberechtigung von Sistrix, Searchmetrics oder Xovi, um nur die bekanntesten zu nennen, außer Frage steht, lohnt sich ab und zu ein Blick auf die kostenlosen Tools. Vor allem wenn diese aus dem Hause Microsoft stammen und kostenlos sind.

Spricht man in Deutschland von SEO ist meist die Suchmaschinenoptimierung im Hinblick auf Google gemeint. Bei einem Marktanteil von 90%, wenn man Seiten wie T-Online, die auf die Google Suchergebnisse zugreifen, einrechnet, wenig verwunderlich. Dabei vergisst man leicht, dass es da draußen noch andere Suchmaschinen gibt, allen voran Microsofts Bing. Im deutschen Markt führt Bing ein Nischendasein mit gut 5%, wer seine Webseite oder Produkte aber international anbietet sollte die Suchmaschine aus Redmond auf dem Schirm haben.

Mit dem Microsoft SEO Toolkit bietet MS ein Stand Alone Tool zur lokalen Installation an, das eine ähnliche Zielgruppe wie z.B. Screaming Frog anspricht. Die Installation erfolgt über die Webinstaller Plattform von MS, die dem ein oder anderen aus Visual Studio bekannt sein dürfte.


Microsoft SEO Tools

Sitemaps und Robots.txt

Im SEO Toolkit selber verbergen sich drei separate Tools: Site Analysis, Sitemaps and Sitemap Indexes und Robots Exclusion.

Das Sitemap Tool erlaubt es eine XML Sitemap komfortabel per Hand zu erstellen. Dinge wie Priorität oder Aktualisierungszyklus lassen sich per Drop Down für jeden Eintrag einstellen. Wer ein modernes Content Management System nutzt wird zwar kaum in die Verlegenheit kommen eine Sitemap per Hand anlegen zu wollen, das volle Potential spielt dieses Tool allerdings, genauso wie Robots Exclusions, erst im Zusammenspiel mit einem Windows Server aus, wo Dateien on the fly geändert werden können.

Robots Exclusions lässt den Nutzer, der Name legt es nahe, neue Ausschlüsse in der robots.txt festlegen. Ohne Windows Server ein Muster ohne Wert, der normale Text Editor dürfte hier für Apache Freunde eher das Mittel der Wahl sein.

Site Analysis SEO Tool

Interessant, unabhängig vom bevorzugten Serverbetriebssystem, wird es mit der Site Analysis. Microsoft rühmt das Tool mit einem vollwertigen Crawler, der auch so ähnlich von Bing verwendet wird.


Site Analysis Report

Die Bedienung ist denkbar einfach und unterscheidet sich kaum von anderen Desktop Tools. Man gibt der Analyse einen Namen und trägt die URL der zu analysierenden Webseite ein, kann abschließend noch einige Parameter festlegen (noindex/ nofollow ignorieren oder auch die Website downloaden) und einstellen, ob die getestete Webseite gleich lokal gespeichert werden soll.

Nach abgeschlossener Analyse erhält man eine Übersicht mit den wichtigsten Kennziffern, wie Dauer des crawls, Anzahl der gefundenen Links und so genannte Violations.

Off-Page Analyse

Die Off Page Daten, die das Tool gesammelt hat finden sich unter dem Punkt Content. Hierbei werden nicht nur die Anzahl der Links und die linkgebenden Hosts ausgewiesen, über den Tab Queries kann tiefer in die Analyse eingestiegen werden. Im direkten Vergleich mit kommerziellen SEO Tools finden sich viele technische Informationen zu den Links, aber keine eigenständigen Metriken, die helfen die linkgebende Seite zu bewerten.

On – Page Analyse

Seine stärken spielt das Microsoft Tool dafür im On-Page Bereich aus, eine SEO Disziplin, die nicht zuletzt durch die aktuellen Google Updates wieder in den Vordergrund gerückt ist.
Unterscheidet sich Bing in der Bewertung von Links mehr oder weniger deutlich von Google, sind die On – Page Faktoren, die in die Bewertung einer Webseite einfließen ähnlich, weshalb die Ergebnisse des Microsoft Toolkits durchaus helfen Seiten auch für Google fit zu machen.
Als direkte Handlungsanweisungen kann man in diesem Kontext die Violations verstehen.
Insgesamt gibt es drei Stufen von Hinweisen, von reiner Information, über Warning bis zu Error.
Mit Information getagte Violations geben Hinweise auf mögliche Probleme, wie z.B. zu viele redirects.
Die Warnings einer Webseite sollte man auf jeden Fall abarbeiten, hier verbergen sich Fehler im Code einer Seite (nicht geschlossene Tags, etc.) und in den Auszeichnungen, z.B. zu viele h Tags.
Error sind handfeste Probleme und geben wichtige Hinweise wo es hakt, zum Beispiel wenn ein interner oder externer Link nicht mehr funktioniert.

Eine wirklich sinnvolle Funktion ist dabei, dass ein Doppelklick auf die Violation ein neues Fenster öffnet in dem die Violation genannt wird, nebst Erklärung was warum falsch ist. Auf Wunsch wird sogar der Quelltext der betroffenen Seite angezeigt, wirklich vorbildlich.
Durch verschiedene Reiter können die Fehler und Violations zusätzlich kategorisiert angezeigt werden. Zum Beispiel die Seiten, die die häufigsten Fehler enthalten oder nach Art des Fehler und der SEO Relevanz. Weitere Informationen umfassen doppelte Meta Tags und sehr große Dateien, die die Ladezeit erhöhen.

Page Speed

Ladezeit ist ein gutes Stichwort. Nicht nur Bing, auch Google liebt schnelle Websites. Hier Engpässe zu identifizieren ist mit dem SEO Toolkit sehr leicht. Neben einer Übersicht über langsame Unterseiten, kann man sich auch die Performance verschiedener Directories ausgeben lassen oder nach Content Typ filtern. Hier ist das SEO Toolkit weitaus freigiebiger mit Informationen, als es zum Beispiel die Webmaster Tools sind.

Der letzte Punkt, zu dem die Site Analysis Informationen preisgibt sind die Links der eigenen Seite. Ich vermeide absichtlich den Ausdruck interne Links, da hier sowohl die internen als auch die ausgehenden Links mitunter vermischt werden. Bei unseren Tests auf verschiedenen Seiten gab es eine gewisse Unschärfe, es wurden weder alle ausgehenden noch alle internen Links fehlerfrei erfasst, weshalb die Informationen zu Link Count oder Link Depth noch nachgefiltert werden mussten.

Damit kommen wir in unserem kleinen Tool Review des Microsoft SEO Toolkits abschließend zu den übergeordneten Funktionen. Die Reports können jederzeit angepasst und durch eigene Queries ergänzt werden. Die einzelnen Unterpunkte lassen sich bequem als csv Datei exportieren oder mit Analysen anderer Seiten vergleichen.

Etwas umständlich gestaltete sich das wiederfinden der lokal gespeicherten Kopie der getesteten Webseiten. Unter Windows 7 finden sich diese im Pfad Systemvolumen\Benutzer\Benutzername\IIS SEO Reports wobei auf Benutzerkonten mit eingeschränkten Rechten gerne die UAC dazwischen grätscht.

Für den ein oder anderen, der des Englischen nicht mächtig ist, wird die unvollständige Lokalisierung hinderlich sein. Während die Funktionen die auch von anderen Webplatformdiensten genutzt werden in lupenreinem Deutsch übersetzt sind, sind die Ergebnisse des SEO Toolkits, ebenso wie die Dokumentation auf Englisch.

Welchen Mehrwert das Microsoft Toolkit Nutzern von Windows Server Umgebungen bietet müssen diese selbst entscheiden, zum Test stand uns keine entsprechende Umgebung zur Verfügung. Für alle anderen macht das SEO Toolkit professionelle Suiten natürlich nicht obsolet, kann aber eine sinnvolle Ergänzung zur flotten On – Page Analyse sein und Programmen wie dem schreienden Frosch durchaus Paroli bieten.
Gerade die Erklärung zu den Violations macht das Tool auch für Laien interessant, die Ihre Webseite verbessern möchten.

Einen Überblick über die Funktionen und den Download Link findet man hier.
Die Eingangs erwähnten kostenpflichtigen Toolanbieter sind unter folgenden Links zu erreichen:

  • Searchmetrics
  • Sistrix
  • Xovi
SEO, Webmaster Tools

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