Immer mehr Firmen engagieren sich in Sozialen Netzwerken. IBM führte im Mai 2010 eine Studie unter CEOs durch und fragte unter anderem die Marketing-Prioritäten für das nächste Jahr ab. Größere Kundennähe war eine häufig gewählte Antwort, der Weg der Wahl eine Social Media Kampagne.
Das IBM Institute for Business Value hat nun, ein gutes Jahr später, über 1000 Nutzer von Sozialen Netzwerken zu Ihrem Nutzungsverhalten und Markeninteraktion befragt. Stellt man diesen Daten die Erwartungshaltung von Unternehmensführern gegenüber, kann man von einem großen Missverständnis sprechen.
Gründe für die Nutzung von Social Media
Nach den Gründen befragt, warum Social Media Angebote benutzt werden, steht bei den befragten Nutzern die Interaktion mit Freunden und Verwandten mit 70% ganz klar an erster Stelle. Interaktion mit einer Marke liegt abgeschlagen auf Platz 10 der Nennungen mit gerade einmal 23%.

Es kommt noch schlimmer: 55% der Nutzer gaben an überhaupt nicht mit Marken zu interagieren. Als Gründe wurden Datenschutzbedenken (47%), Spam (42%) und schlichtes Desinteresse an Marken (34%) genannt.
Die 45%, die mit Marken interagieren tun dies größtenteils (zu 66%) nur, wenn Sie das Gefühl haben die Marke oder das Unternehmen kommuniziert ehrlich.
Missverständnis: Warum folgen Nutzer Brands in Sozialen Netzwerken?
Das größte Missverständnis zwischen Unternehmen und Nutzern liegt in den Gründen für die Interaktion in Sozialen Netzwerken. Während die Nutzer sehr pragmatisch an den Umgang mit Marken herangehen und sich einen Rabatt erhoffen oder etwas erwerben wollen (beide Punkte jeweils 60%), gehen Unternehmen davon aus dass das Erhalten von Informationen und Produktvorstellungen die Hauptgründe für Interaktion sind. Die Punkte Rabatt und Erwerb wurden auf Unternehmensseite mit ebenfalls 60% auf die beiden letzten Plätze gewählt.

Social Media ROI ein einziger Wunschtraum?
Können Unternehmen überhaupt erfolgreich Social Media Kanäle nutzen? Ja, unter gewissen Voraussetzungen und einer durchdachten Kampagne können Unternehmen erfolgreich Social Media betreiben. Unternehmen und Brands sollten dabei beachten, dass Nutzer nach drei Kriterien abwägen, ob Sie interagieren:
- Der Nutzer muss das Gefühl haben einen Mehrwert geboten zu bekommen
- Der Nutzer muss der Marke oder dem Unternehmen vertrauen können
- Der Nutzer muss das Gefühl haben, Social Media ist der richtige Kanal für die Interaktion
Von der Annahme, Nutzer folgen Marken in Sozialen Netzwerken um sich als Teil einer Community zu fühlen, müssen sich Unternehmen hingegen verabschieden.
Immerhin versteckt sich in der Studie auch ein positiver Aspekt: 60% der Nutzer, die mit Marken interagieren, haben eine Kaufabsicht, sogar noch mehr wenn man den Wunsch nach Produktinformationen als eine Stufe im Entscheidungsfindungsprozess sieht.
