Seit gut einem Jahr können Versicherte der AOK, Barmer GEK und Techniker Krankenkasse ihre Haus- und Fachärzte auf dem Bewertungsportal Arztnavi bewerten. Nun öffnet sich das Portal auch für Bewertungen von Zahnärzten und stellt diese vor neue Herausforderungen.
Hausärzte sind die klaren Gewinner des Bewertungsportals für Mediziner. 75% der Patienten würden Ihren Hausarzt an einen Freund weiterempfehlen, wohingegen 12% einen Facharzt nicht oder nur eingeschränkt empfehlen würden.
Generell sehen die beteiligten Krankenkassen und die Bertelsmann Stiftung, die das Portal wissenschaftlich betreut, auf Patientenseite noch Potential in der Akzeptanz von Bewertungsportalen in Deutschland. Man gehe aber davon aus, dass ärztliche Bewertungsportale mittelfristig eine ähnliche Verbreitung finden wird, wie in den USA.
Bewertungen als Chance für Ärzte
Auch wenn die Bundesärztekammer den Start von Arztnavi positiv beurteilt, sträuben sich viele Mediziner vor einer öffentlichen Bewertung ihrer Leistungen im Internet. Bewertungsportale sind in anderen Branchen mittlerweile voll akzeptiert und tragen ihren Teil zur Vertrauensbildung in Unternehmen und Produkte bei.
Kanalisieren von positiven Arzt Bewertungen
Zahnärzte sehen sich bei Online Bewertungen besonders exponiert. Zahnarztbesuche sind bei vielen Bürgern immer noch mit Angst behaftet und nicht selten sehen sich Patienten mit finanziellen Belastungen durch Zuzahlungen konfrontiert. Dementsprechend verhalten sind die Kommentare zur Öffnung von Arztnavi für Zahnärzte.
Dabei sollte auch Zahnärzten klar sein, dass Patienten und Internet – Nutzer Ärzte immer bewerten werden, ob auf einem offiziellen Portal wie Arztnavi oder frei zugänglichen Alternativen. Suchmaschinen wie Google lassen diese Bewertungen nicht nur in das Ranking einfließen, die kumulierten Bewertungen werden direkt neben dem Treffer in den Suchmaschinen eingeblendet.
Wie Bewertungen Nutzer in ihren Entscheidungen beeinflussen, ist mittlerweile gut erforscht und sollte auch von Ärzten nicht unterschätzt werden.
Praxismarketing 2.0 ist deshalb nicht nur eine Investition in die Zukunft, sondern hilft Ärzten schon jetzt eine gesunde Reputation im Internet aufzubauen. Gerade neue Therapien und Behandlungskonzepte erfordern von Medizinern, die nötige Transparenz, sollen Patienten überzeugt werden. Diese Transparenz beginnt auch im Internet mit einer lückenlosen Informationskette, die eben auch Bewertungen mit einschließt.
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