Kaum ein Thema findet sich aktuell so oft in der Presse wie Datenschutz und Privacy. Ob Verlage Schulcomputer kontrollieren wollen, ein Spielehersteller komplette Rechner durchsucht oder die Dauerbrenner Datenschutz in Sozialen Netzwerken: Bedenken bezüglich privater Daten im Internet ist schon lange kein vermeintlich deutsches Phänomen mehr, auch Länder die angeblich lax gegenüber Ihren persönlichen Daten eingestellt sind, entdecken den Datenschutz im Internet für sich.
Google scheint sich der Befürchtungen seitens der Nutzer im Klaren zu sein und überraschte viele mit einem sehr genauen und übersichtlichen Datenschutzeinstellungen für Google Plusone.
Um den Ruf als Datenkrake endgültig an Facebook weiter zu reichen, erweitert Google die AdWords nun um Transparenz – Funktionen für die Nutzer.
Wie funktioniert die neue Funktion und welchen Einfluss hat dies auf AdWords Werbetreibende?
AdWords funktionieren schon lange nicht mehr auf der Basis der reinen Anzeigenbuchung für ausgewählte Keywords. Die Targeting Optionen, die Google Werbetreibenden anbietet schließt demografische Metriken genauso ein wie Interessen, die aus Website besuchen generiert werden.
Daten, die die Grundlage für jedes Targeting jenseits reiner Keyword – Phrasen sind, können unter Umständen massiv mit Datenschutzbedenken kollidieren.
Deshalb rollt Google in den nächsten Tagen für die 40 “Top – Sprachen” eine neue Funktion namens Why this ad? aus.
Informationen zu Targeting
Neben (bei Top-Positionen) oder über den Anzeigen (Sidebar) wird ein Link angezeigt, der den User schnell informiert warum die Anzeige eingeblendet wird. Ein weiterführender Klick bringt den Google Nutzer zum Ads Preference Manager.

Auf der übersichtlichen Seite erhält man einen schnellen Überblick, welche Interessen Google für einen Nutzer bzw. den benutzten Browser gespeichert hat.
Hier an einem unserer SEOheads Rechner ist das Ergebnis wenig überraschend. Viele E-Commerce, SEO und generelle Webthemen werden aufgerufen. Unser Nerd-tum schlägt sich in Shooter Games nieder, der VfL Bochum ist für die Soccer Kategorie verantwortlich.

Gleichzeitig können nun eine oder mehrere Kategorien gelöscht werden, was dazu führt dass dieses Interesse keinen Einfluss mehr auf die Frequenz der Einblendungen nimmt.
Alternativ können Interessen hinzugefügt werden oder per Opt-Out komplett dem interessenbezogenen Targeting abgesprochen werden.
Die hier vorgenommenen Einstellungen werden seitens Google in einem Cookie gespeichert nicht im Google Konto, löschen der Cookies oder Wechsel auf einen anderen Browser oder Rechner sorgt also dafür, dass die Einstellungen dort nichtig sind. Für den Fall dass man seine Cookies löscht bietet Google ein Browser Plugin bzw. eine Anleitung an, wie man den Google Cookie speichern bzw. übertragen kann.
Einfluss auf Werbetreibende
Einen Schritt weiter geht die Funktion, gezielt Anzeigen einzelner Werbetreibender auf AdWords zu sperren. Hier haben Nutzer die Möglichkeit gezielt einzelne Unternehmen für sich persönlich zu sperren.
Wie sensibel Nutzer auf die neue Möglichkeit reagieren bleibt abzuwarten, genauso wie die Auswirkungen auf die Performance von AdWords anzeigen. Dadurch dass Nutzer, die ihr Desinteresse an einem bestimmten Produkt im Vorfeld kenntlichen machen, könnten sich auf lange Sicht Faktoren wie Bounce Rate verbessern, da die Wahrscheinlichkeit, dass der User direkt wieder ausgestiegen wäre, in diesem Szenario recht groß ist.
Ob ein Advertiser gesperrt wird und wie oft, soll hingegen laut Google keinen direkten Einfluss auf den Qualitätsfaktor der AdWords Anzeigen haben.
Für User fasst Google die neuen Features noch einmal anschaulich in diesem Video zusammen:
